Gülle und Mist als Grundstoff für Biotreibstoff

Eine Möglichkeit, Biotreibstoff herzustellen, ist die Nutzung von Mist und Gülle. Diese Methode ist besonders interessant und wird von Experten als das größte Potenzial des Biotreibstoffs gesehen. So sehen sie hier den Vorteil, dass Dinge, die sowieso entstehen und kaum anderweitig genutzt werden können, einer wirtschaftlich sinnvollen Verwendung zugeführt werden. Doch wie genau entsteht aus Mist und Gülle Biotreibstoff?

Letztlich läuft das Verfahren nicht anders als bei der Verwendung von Pflanzen zur Produktion von Biotreibstoff ab. Die Gülle oder der Mist, von Hühnern, Schweinen oder Rindern oder auch anderen Tieren, wird in großen Tanks zunächst gelagert. Anschließend werden sie fermentiert und dadurch zu Gas umgewandelt. Auch ist eine Umesterung möglich, wodurch nach weiterer Veredelung Biodiesel entstehen kann. Damit kann Gülle sowohl für die Nutzung im Tank dienen als auch in Form von Biogas für das Beheizen von Häusern. Diese Vielfalt macht Mist und Gülle zu sehr vorteilhaften Biostoffen. Sie werden daher mittlerweile in der Produktion von Biotreibstoff von vielen Herstellern bervorzugt genutzt. Sie verdienen dadurch pro produzierter Einheit deutlich mehr Geld als mit anderen Rohstoffen.

Doch sind Mist und Gülle eine gute Grundlage für die Herstellung von Biotreibstoff? Die Experten sind hier gespaltener Meinung. Diese Stoffe werden zum einen als Dünger weltweit gebraucht, um die Bevölkerung zu ernähren. Es gibt auch synthetisch hergestellte Dünger. Diese haben jedoch den Nachteil, dass sie aufwendig produziert werden müssen, während der Mist und die Gülle immer auf Farmen anfallen. Es spricht aber auch viel für die Verwendung von Mist und Gülle zu diesem Zweck, da die Treibhausgase auf diese Art sehr stark gemindert werden können. Diese Einsparung lag durchschnittlich im Jahr 2017 bei 91 Prozent. Dieser Wert könnte durch neue Technologien und Verfahren in den kommenden Jahren noch weiter in die Höhe getrieben werden.

Die EU hat die gesetzlichen Regelungen an den aktuellen Trend angepasst und will die Produktion von Biotreibstoff aus Mist und Gülle ankurbeln. Die Richtlinien zu den erneuerbaren Energien sollen Landwirte und Firmen zu dieser alternativen Verwendung von Tierhinterlassenschaften anregen. Ob die Maßnahmen greifen, bleibt abzuwarten. Eine stärkere Nutzung zu diesem Zweck scheint aber aus gesellschaftlicher Sicht sehr nutzenswert und vorteilhaft.

Es dürfte daher rund um den Globus in den kommenden Jahren zu einer deutlich stärkeren Nutzung von Gülle und Mist kommen.

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