Vom Fäld in Tank und was das würkli bringt
Biochraftstoff sind e zentrale Baustei vo de Schwiizer Energiewändi – vor allem dort, wo Elektrifizierig nöd schnäll gnueg oder gar nöd möglich isch. Grad im Schwerverchehr, i de Landwirtschaft und bi bestehende Dieselflotte cha erneuerbare Chraftstoff dr CO2-Fuessabdruck sofort und massiv senke, ohni dass mä de ganz Fuhrpark uf eimol muess uustusche. Das macht si zu ere praktische Brüggetechnologie, wo hüt scho verfüegbar isch.
D Problematik isch aber, dass dr Markt für viili unübersichtli wirkt. Begriffe wie HVO, FAME, Biomethan oder „klimaneutral“ werded oft durenandgworfe, und nöd sälte wird mit grosse Klimaverspräche gworbe, ohni dass mä de Rohschtoff oder di ganzi Ökobilanz transparent uufzeigt. Wär e fundierti Entscheidig treffe wott, mues drum genau hischauä – vom Rohschtoff über d Produktion bis zur konkrete Aawändig im Betriib.
D zentrali Frag isch drum nöd, welle Biochraftstoff „dr bescht“ isch, sondern welli Lösig für welle Aawändigsfall würkli Sinn macht. Genau das wird i dem Leitfade sauber iigordnet. Für Flottemanager, Logistik-Unternähme, Landwirt und privati Fahrzügbesitzer entstoht so e praxistaugliche Überblick, wo bi de wichtige Entscheidige rund um Infrastruktur, Motorfreigabe und Nachhaltigkeit konkret witerhilft.
Di verschidene Chraftstoff im Schwiizer Alltag
Dr Schwiizer Markt bewegt sich spürbar. Am 1. Februar 2025 isch z Lyss im Kanton Bärn di erschti öffentlichi HVO100-Tankschtell vo de Schwiiz eröffnet worde. Parallel dezue baut au SOCAR sis Aagebot uus und macht de erneuerbari Diesel HVO100 schweizwiit a immer meh Standort verfüegbar. E passendi Lösig für nachhaltigi Treibstoff und d Umrüschtig vom Fuhrpark cha d Effizienz vom Betriib debii massgeblich steigere.
Uf de andere Site zeigt d Familie Müller z Thaynge im Kanton Schaffhuse, wie dezentrali Produktion funktioniert. Uf ihrem Vorzeigeprojekt entsteht Biogas direkt us Gülle, Mischt und regionale organische Räschte, und CNG-Fahrzüg tanked a de erschte halböffentliche Hofttankschtell diräkt ab Buurehof. So wird e Stoffkreislauf vor Ort gschlosse – vom Rohschtoff us em eigete Betriib bis zum fertige Treibstoff.
Für e klare Iistieg lönd sich d Aagebot i drüü Hauptkategorie ordne:
- HVO – hydriert pflanzlichs Öl, e synthetische paraffinische Diesel (XTL), wo als „Drop-in“ im normale Dieselmotor lauft.
- Biodiesel (FAME) – dr klassisch Biodiesel, wo entweder biigmischt oder als Reinchraftstoff B100 gnutzt wird.
- Biomethan bzw. Biogas – ufbereitets Gas für CNG-Fahrzüg, das e separati Gas-Infrastruktur voruussetzt.
Dr grossi Verglych vo HVO und sine Schwöstere
Dr wichtigscht Unterschied lit bi de technische Verträglichkeit. HVO100 isch e paraffinische Chraftstoff nach DIN EN 15940, wo ohni Motor- oder Fahrzügaapassig i alle Dieselfahrzüg mit XTL-Kennzeichnig cha iigsetzt werde – sogar bi Kälti bis –30 Grad. Well er us biogene Räschte- und Abfallstoff produziert wird, cha er über de ganz Läbenszyklus bis zu 90 Prozänt CO2 iispare. Genau das macht ihn zur eifache Brüggelösig für bestehendi Flotte.
Traditionelle Biodiesel (FAME) verhaltet sich anders. I de Norm EN 590 isch d Biimischig uf maximal 7 Prozänt begränzt – das isch di sogenannt „Blend Wall“. Höcheri Aateil wie B20, B30 oder reine B100 sind zwar möglich und lönd stärkeri Emissionssenkige zue, bruuched aber e explizit Herstellerfreigab. FAME cha zudäm Dichtige aagriife und het bi tiefe Temperature Nachteil, drum sind spezielli Materialie und teilwiis Isolatione oder Heizige nötig.
Biogas bzw. Biomethan spielt i ere eigete Liga. Es bruucht e CNG-Infrastruktur with Verdichtig und Drucktanks, defür ermöglichts en aständige Kreislauf diräkt vor Ort. Wird s Gas us Gülle und Mischt gwonne, isch d Klimawirkig bsundrigs guet, will suscht Methan eh würd frei. Dr Nachteil isch dr Priis und de Infrastrukturuufwand.
| Eigeschaft | HVO100 | Biodiesel (FAME/B100) | Biogas/Biomethan |
|---|---|---|---|
| Motorfreigab | XTL-Kennzeichnig, kei Umbau | Herstellerfreigab nötig | CNG-Fahrzüg |
| Infrastruktur | Bestehendi Dieseltankschtell | Bestehend, ev. Aapassige | Separati Gas-Infrastruktur |
| CO2-Senkig | Bis 90 % | Bis ca. 86 % | Sehr hoch, teils CO2-negativ |
| Chältetauglichkeit | Bis –30 °C | Iigschränkt | Guet |
| Chöschte | Höcher als Diesel | Moderat bis höcher | Höcher (z.B. 2.90 Fr./kg) |
Rohschtoff und di richtigi Ökobilanz
D entscheidendi Frag heisst „Tank oder Täller“. Echti Nachhaltigkeit entsteht vor allem denn, wenn dr Chraftstoff us biogene Abfall- und Räschteströöm gwonne wird – also us gebruuchtem Frittieröl, Speisefett, Gülle, Mischt oder organische Räschte. Sobald aber extra Aabau-Biomasse uf produktivem Ackerland aabaut wird, entstoht e direkti Konkurrenz zur Läbensmittelproduktion.
Dass das keis theoretischs Problem isch, zeigt e Flächevergliich zum Biodiesel us Aabau-Rohstoff: Ei Hektar Raps liferet Chraftstoff für öppe 33’000 Fahrkilometer im Johr, wärend di gliichi Fläch with Photovoltaik rächnerisch für Millione Kilometer Strom liferet. Das macht klar, worum reini Energiepflanze kritisch z bewärte sind. I de Schwiiz isch drum s extra Aabaue vo Mais für d Biogasproduktion au verbote – e wichtige Leitplanke.
Uf europäischer Ebeni gäbed d Richtlinie RED II und RED III de Rahme vor. Si definiered strengi Nachhaltigkeitskriterie, verlanged Rückverfolgbarkeit über di ganz Wertschöpfigskette und mined Läbenszyklus-Emissione mit. Dass en Chraftstoff dii Aaforderige würkli erfüllt, wird über anerkannti Zertifizierigssystem sichergstellt. D Zertifizierige nach de internationale RED II Richtlinie wie 2BSvs möched d Härkunft vom Chraftstoff transparent und sicher.
Grad bi de Beschaffig im Ussland liit dort s Risiko: ohni glaubwürdigi Zertifizierig isch schwär z beurteile, öb würkli Abfallstoff verwendet werded oder öb indirekti Landnutzigsänderige d Bilanz verschlächtered. Lokali Schwiizer Produktion us Hofräschte het do de Vorteil, dass d Härkunft transparent und churz isch.

So wählsch du di passendi Lösig für diini Aawändig
Wär di richtigi Wahl treffe wott, sött systematisch vorgo – vom bestehende Fuhrpark über d Infrastruktur bis zur Lieferchetti. Als praktischi Aaleitig hälfed die folgende Schritt:
- Analysier dis Fahrprofil, di jährlichi Kilometerleistig und d Fahrzügtyp.
- Prüef, welli Motorfreigabe di bestehende Fahrzüg würkli händ.
- Klär ab, welli Tank- oder Ladeinfrastruktur verfüegbar oder bezahlbar isch.
- Verglych d Gesamtchöschte (TCO) statt nur de Litterpriis.
- Sichere e zuverlässigi und zertifiziereti Lieferchetti ab.
Für dr Schwerverchehr und d Logistik cha B100 en überzügendi Wäg si. Schöni Transport AG setzt bereits e grössere Zahl B100-Fahrzüg vo Renault Trucks ii und stellt en grosse Teil vo dr nationale Flotte um. Wichtig isch debii d Herstellerfreigab: e Biodiesel-Lkw bruucht aapasseti Materialie und teilwiis Isolatione, und d Konfiguration uf Diesel- oder Biodieselbetrieb lot sich nach dr Produktion nüme ändere. De liicht höcheri Verbruuch wird dur de chlinere CO2-Fuessabdruck meh als usglichä.
Für privati Pkw und chlineri Lkw isch HVO100 hüfig di beschti Option, will kei Infrastruktur und kei Motor gänderet muess werde – tanke, wo XTL druufstoht, gnügt. Für Buurehöf und lokali Flotte hingäge cha Biogas us Gülle und Mischt sini vollä Stärche uusspiele: dr Chraftstoff entsteht vor Ort, dr Kreislauf isch gschlosse, und di höchere Chöschte lönd sich dur di regionali Wertschöpfig relativiere.
Mach diin Fuhrpark parat für di nächschti Etappe
D wichtigscht Erkenntnis isch klar: Es git nöd di ei magischi Lösig. Dr optimali Chraftstoff hanget stark vom Aawändigsfall ab – vo de Fahrzüg, vo de Infrastruktur und vo de Rohschtoffbasis. HVO überzügt als eifachi Drop-in-Brügge, B100 spielt sini Stärke im Schwerverchehr mit Freigab uus, und Biogas isch dort ideal, wo lokal Gülle und Mischt zur Verfüegig stönd.
Wär hüt handle wott, analysiert am beschte s eigete Mobilitätsbedürfnis präzis und überbruggt alti Dieselfahrzüg sinnvoll mit HVO, statt uf di perfekti Zuekunftslösig z warte. Dr Schwiizer Biochraftstoff-Markt wachst spürbar, s Aagebot wird dichter, und grad für chliini wie au grossi Betriib entstönd so realistischi Wäg, um de Betriib Schritt für Schritt z dekarbonisiere.
